Gastionär - Workshop in Eisgarn

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Gastionär

Gemeinsam geplant: Neue Ideen für die ehemalige Diskothek Löffler in Eisgarn


Am 23. September fand im Gemeindeamt Eisgarn der erste Workshop im Rahmen des Projekts „Gastionär“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die ehemalige Diskothek Löffler künftig genutzt werden könnte. Da sich das Gebäude mitten im Ort befindet, entstand die Idee, hier einen Ort zu schaffen, der Wohnen, Begegnung und Angebote für unterschiedliche Generationen miteinander verbindet.

Wie das konkret aussehen könnte, wurde an diesem Abend im wahrsten Sinne des Wortes gemeinsam erarbeitet. Ausgangspunkt war ein maßstabsgetreues Modell des dreigeschossigen Gebäudes, bei dem lediglich die tragenden Mauern vorgegeben waren. Danach waren die Teilnehmer gefragt: Gemeinsam wurden je Geschoß die Räume geplant, Wände aufgestellt, Türen und Fenster ausgeschnitten und die einzelnen Bereiche mit maßstabsgetreuen Möbeln eingerichtet. So wurde unmittelbar sichtbar, wie viel Platz unterschiedliche Nutzungen tatsächlich benötigen.

Dabei ging es nicht nur um die Gestaltung einzelner Wohnungen. Intensiv diskutiert wurde auch, welche gemeinschaftlichen und ergänzenden Angebote im Gebäude Platz finden könnten: Braucht es eine Gemeinschaftsküche? Welche Räume fördern Begegnung? Könnten eine Tagesbetreuung, ein Nahversorger oder andere Angebote integriert werden, und möchte man das? Und wie können private Wohnbereiche und gemeinschaftlich genutzte Flächen gut miteinander verbunden werden?

Wissenschaftlich begleitet wurde der Workshop von Dr. Franz Kolland von der Karl Landsteiner Privatuniversität. Er brachte immer wieder neue Perspektiven ein und regte mit gezielten Fragen zum Weiterdenken an: Wo könnten im Zusammenleben Konflikte entstehen? Und wie kann bereits durch die räumliche Gestaltung dazu beigetragen werden, diese zu vermeiden?

Besonders begeistert zeigte sich Bürgermeister Günter Schalko, der das Grundmodell baute und die Teilnehmer durch Zuschneiden der Wände aktiv bei der Gestaltung unterstütze. Beeindruckend war für ihn vor allem die Dynamik des Abends: Von der jungen Teilnehmerin bis zu den älteren Mitgestalter brachten sich alle mit ihren Erfahrungen, Vorstellungen und Ideen ein. Den Teilnehmer:innen war die Freude am gemeinsamen Planen und Gestalten sichtlich anzumerken. Es wurde intensiv diskutiert, ausprobiert, wieder verändert und gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Am Ende des Workshops konnte sich auch das Ergebnis sehen lassen: Aus vielen unterschiedlichen Ideen entstand ein konkretes, gemeinsam entwickeltes Modell, das eine wertvolle Grundlage für die nächsten Schritte im Projekt bildet.

„In einem weiteren Schritt wird das entstandene Modell nun mit Expert aus den Bereichen Gesundheitsförderung, Betreuung und Pflege sowie möglichen weiteren Nutzer der Räumlichkeiten diskutiert und weiterentwickelt. Auch erste Konzepte für die finanzielle Umsetzung sollen erarbeitet werden“, erläutert Projektleiterin Doris Maurer.

Das Projekt „Gastionär“ wird von der Wohnbauforschung Niederösterreich unterstützt. Ziel ist es, aus den Erfahrungen und Ideen der Bevölkerung sowie dem Wissen aus Wissenschaft und Praxis ein zukunftsfähiges Konzept für das Gebäude zu entwickeln – und damit neue Möglichkeiten für Wohnen, Begegnung und gemeinschaftliches Leben mitten in Eisgarn zu schaffen.

Gruppenfoto Gastionär


28.09.2026